Bad Driburg (red). Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert vom Kreis Höxter eine Neubewertung der Verkehrssicherheit an der L954, der Pyrmonter Straße. Anlass sind neue Messdaten aus Februar 2026, die nach Angaben der Fraktion deutlich höhere Geschwindigkeiten am dortigen Fußgängerüberweg zeigen. Der Antrag sollte in der Ausschusssitzung am 23. April um 18 Uhr thematisiert werden.
Neue Messdaten verändern die Grundlage der Debatte
Nach Darstellung der GRÜNEN hatte der Kreis Höxter einen Antrag auf Tempo 30 im Oktober 2025 noch mit Verweis auf Daten aus dem Jahr 2022 abgelehnt. Damals sei eine V85-Geschwindigkeit von 49 km/h als unauffällig bewertet worden. Die nun vorliegenden Messwerte aus 2026 zeigten nach Angaben der Fraktion jedoch ein anderes Bild: Die V85-Geschwindigkeit habe bei durchschnittlich 54 km/h gelegen, in den Morgenstunden sogar bei bis zu 60 km/h.
Besonders kritisch bewerten die GRÜNEN die Lage in Fahrtrichtung Reelsen. Von rund 122.000 gemessenen Fahrzeugen seien mehr als 34.000 mit über 50 km/h an der Messstelle vorbeigefahren. „Das ist fast jedes dritte Fahrzeug“, betont Benedikt Rasche, Ratsmitglied der GRÜNEN. „Wir reden hier nicht mehr von Einzelfällen, sondern von einem systematischen Akzeptanzproblem der Höchstgeschwindigkeit direkt an einem Zebrastreifen.“
GRÜNE sehen Handlungsbedarf am Fußgängerüberweg
Die Fraktion fordert den Kreis Höxter auf, seine bisherige Haltung zu Tempo 30 an dieser Stelle zu ändern. Aus Sicht der GRÜNEN müsse die neue Datenlage als Grundlage für eine erneute Bewertung dienen. „Dass beinahe jeder dritte Fahrer Richtung Reelsen zu schnell unterwegs ist, stellt eine ,,einfache Gefahrenlage” dar, die laut Straßenverkehrsordnung ein Eingreifen zwingend erforderlich macht“, so Rasche.
Die GRÜNEN verweisen zudem auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Schulkindern und Senioren am Fußgängerüberweg. Ein Pkw, der mit Tempo 30 unterwegs sei, komme nach etwa 13 Metern bereits zum Stehen, während ein Fahrzeug mit 60 km/h an diesem Punkt noch nicht einmal mit dem Bremsen begonnen habe. „Wir erwarten vom Kreis Höxter, dass er den Schutz von Schulkindern und Senioren endlich über den Verkehrsfluss stellt und die neue Straßenverkehrsordnung (“Vision Zero”) beachtet. Die neue Datenlage lässt nur einen Schluss zu: Tempo 30 am Überweg ist unumgänglich.“
Foto: Symbolfoto